Løkken-Furreby

Küstenbatterie

Allgemeine Informationen zur Bunkeranlage

Die WK-II Bunkeranlagen in Løkken (Dänemark)

Am 23. März 1942 erließ Adolf Hitler den „Führerbefehl Nr. 40“, der die Errichtung des “Atlantikwalls” anordnete, einer Reihe von Befestigungsanlagen, die sich von Norwegen entlang der dänischen, belgischen und französischen Küste bis zur französisch-spanischen Grenze erstreckten. Der “Atlantikwall”, der sich über eine Strecke von 2700 Kilometern erstreckte, sollte die Verteidigungspositionen in der “Festung Europa”, wie die Nationalsozialisten das europäische Festland nannten, gegen eine mögliche alliierte Offensive stärken.
Der Ort Løkken wurde während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg zu einer Stützpunktgruppe ausgebaut, die aus Infanteriestellungen und einer Küstenbatterie bestand. Die Batterie wurde 1941 zur Verteidigung der Jammerbucht angelegt.

Der Besucher, der zum ersten Mal die dänische Nordseeküste bereist, ist unter Umständen zunächst etwas irritiert. An vielen Stränden finden sich noch diese Bunkeranlagen aus dem 2. Weltkrieg. Dieser „Stahlbeton am Strand“ war aber für uns im Juni 2022 als Touristen ein interessantes und in den aktuell wieder „kriegs-unruhigen“ Zeiten auch sehr nachdenklich machendes „Ziel“, als wir im nordjütländischen Løkken einen Kurzurlaub machten.

Am Strand nördlich von Løkken bei Furreby liegt mittlerweile eine ganze Küstenbatterie am Strand, weil die Nordsee dort in den letzten 70 Jahren die Küstendünen bereits bis nahezu 100m abgetragen hat. So sind viele der Bunkeranlagen heute nicht mehr auf den Dünen platziert, sondern bereits an den Strand gekippt. Mehrere der Bunker haben mittlerweile sogar bereits das Meer erreicht und werden von den Wellen der Nordsee umspült. In nicht all zu ferner Zukunft werden diese Stahlbeton-Ungetüme im Meer verschwunden sein. Die Gezeiten, Stürme, Sand und Wasser schaffen so das, was manche Sprengladung nicht vermag.

Da fast alle Bunker am Strand liegen, können sie von innen besichtigt oder auch von Free-Climbern „beklettert“ werden. Von außen bieten die Betonwände aber auch ideale „Leinwände“ für Graffiti-Sprayer. Auch wenn diese interessante Konstellation am Strand zu so manchen Freizeitaktivitäten einlädt, sollte nicht vergessen werden, dass es sich um Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg handelt. Eine Zeit, die über ganz Europa Tod, Elend und Zerstörung gebracht hat. Als Inhaber dieser Webseite distanziert sich ArcTron 3D von der historischen Vergangenheit der Bunker und möchte stattdessen auf eine digitale und interaktive Weise auf diesen dunklen Teil der Geschichte Europas aufmerksam machen.

Video

Drohnenflug über die Bunkeranlage

Interaktives 3D-Modell

gesamte Bunkeranlage auf einen Blick

Workflow

Von der Realität zum 3D-Modell

Drohnenflug

Für die digitale Erfassung wurde eine Drohne mit einer hochauflösenden Kamera verwendet. Dies bietet einen enormen Vorteil gegenüber den üblichen Bildaufnahmen vom Boden aus. Durch die erfassten Daten aus der Luft, kann die Landschaft im vollen Umfang später zu einem digitalen Modell verarbeitet werden.

Reality Capture

Reality Capture, kurz RC, ist eine Software, die aus Fotos ein 3D Modell berechnen kann. Dieser Vorgang wird als Photogrammetrie bezeichnet. Reality Capture wird täglich von unseren Vermessungsexperten für eine Vielzahl von Photogrammetrie-Projekten genutzt.
Dank dieser langjährigen Erfahrungen können auch schwierige und komplexe Aufgaben bewältigt werden.

Aspect 3D

Für die effektive Verarbeitung von großen 3D-Datensätzen wird seit über 20 Jahren die, im Hause selbst programmierte und stetig weiter entwickelte, Software aSPECT 3D verwendet. Nach dem Export des 3D-Modells der Bunkeranlage wurde aSPECT 3D vor allem dazu verwendet, um an den Seitenkanten einen sauberen und geraden Abschluss zu erhalten.

ZBrush (Optional)

Falls das Modell eine kompliziertere und kreative Nachbearbeitung benötigt, empfiehlt sich die Arbeit mit ZBrush. Hierbei handelt es sich um ein professionelles Sculpting-Programm, mit dem vor allem organische Modelle erstellt oder bearbeitet werden können. In diesem Beispiel musste die Küste und die Landfläche in beide Richtungen organisch erweitert werden.

Substance Painter (Optional)

Für die realistische Texturierung von 3D-Modellen hat sich in den letzten Jahren die Software Substance Painter etabliert. Ist eine Software um realistische Texturen zu erstellen. Mit dieser Software wurde z.B. das Meer mit seinen Wellen erstellt. Der große Vorteil liegt in der direkten Bemalung auf dem 3D-Modell, dem Erstellen von realistischen Materialeigenschaften sowie einer großen vorgefertigten Bibliothek an Materialien. In diesem Beispiel wurde Substance Painter für die Textur-Generierung der statischen Wellen verwendet.

Blender

Da aSPECT 3D nicht dazu geeignet ist, das Aussehen von 3D-Modellen zu bearbeiten oder neue 3D-Elemente hinzuzufügen, wird hierfür auf eine der gängigen 3D-Bearbeitungsprogramme, z.B. die kostenlose Software Blender, zurückgegriffen. Hier werden die weiterverarbeiteten Daten für den letzten Schritt vorbereitet. So werden Nordpfeil, Maßangabetafel und die Bodenpatte hinzugefügt. Hier wird auch ein letztes Mal die Qualität überprüft und falls nötig überarbeitet.

Sketchfab

Sketchfab ist ein Online-Plattform auf der 3D Modelle hochgeladen, interaktiv betrachtet und sogar gekauft bzw. heruntergeladen werden können. Es können Animationen abgespielt oder über Info-Punkte Informationen zu bestimmten Elementen des Modells abgerufen werden. Und natürlich ist auch eine Einbettung auf Webseiten möglich, z.B. wie bei den folgenden Einzelmodellen der Bunker.

Ausgewählte Bunker in 3D

Bunker 1

Bunker 2

Bunker 3

Bunker 4

Bunker 5

Bunker 6

Bunker 7

Bunker 8

Bunker 9

Bunker 10

Bunker 11

Bunker 12

360°-Panorama

Blick auf die Bunkeranlage in alle Richtungen

Insta360 Studio

Die Aufnahmen aus Drohenflügen können nicht nur dazu verwendet werden, 3D-Modelle zu erstellen, sondern auch um 360°-Panoramen zu generieren. Hierfür nimmt die Kamera der Drohne mehr als 20, sich überlappende, Fotos aus allen Richtungen auf. Mithilfe einer geeigneten Software, wie z.B. Insta360 Studio, können diese Bilder zu einem Panorama zusammengefügt werden und, eingebettet auf Webseiten, interaktiv betrachtet werden.

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